(39) „Jesus war Mittelständler“: Was braucht unsere Wirtschaft jetzt? Mit Thorsten Alsleben
Show notes
Deutschland steckt wirtschaftlich in einer schwierigen Lage: schwaches Wachstum, hohe Energiepreise, zunehmende Bürokratie und eine verunsicherte Industrie. Im Gespräch mit Thorsten Alsleben von der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) geht es um die zentralen Ursachen der Krise – und die Frage, warum politische Reformen bislang ausbleiben.
Welche Verantwortung trägt die Politik? Was hat Friedrich Merz angekündigt – und was ist daraus geworden? Und welche Reformen wären jetzt dringend nötig, damit Deutschland wieder wettbewerbsfähig wird?
Darüber hinaus diskutieren wir die Rolle von Werten und christlicher Ethik in der Wirtschaft: Welche Bedeutung haben Verantwortung, Maß und Gerechtigkeit in Zeiten ökonomischer Unsicherheit? Und welchen Beitrag können Kirchen und Christen in der aktuellen Debatte leisten?
Ein Gespräch über wirtschaftliche Realitäten, politische Blockaden – und die Frage, wie ein neuer Aufbruch gelingen kann.
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Show transcript
00:00:03: Wir haben bei Glaube Machtpolitik ja schon sehr oft mit Politikern über den christlichen Glauben gesprochen oder wir haben uns auch mit christlichen politischen Themen befasst, wo man meinen könnte das sind so typisch christliche politische Themen.
00:00:18: Aber es gibt ein Thema über das wir noch nie so richtig gesprochen haben und zwar das Thema
00:00:23: Wirtschaft.
00:00:25: Eigentlich wissen wir ja seit Bill Clinton, neunzeitzweinneinzig ist die Economy stupid.
00:00:30: also die Wirtschaft ist wirklich wichtig weil sie uns alle betrifft.
00:00:34: Weil Sie auch mit Machtfragen zu tun hat und am Ende auch mit dem was bei uns auf dem Mittagstisch steht.
00:00:41: und natürlich gibt es dann auch immer wieder Fragen die auch christliche Werte betreffen wenn's um Wirtschaft geht Und die Wirtschaft in Deutschland die Schläge Zeit langerzeit Alarm.
00:00:52: Also wird's höchste Zeit, dass wir uns auch mal an dieser Stelle im Podcast mal erklären lassen.
00:00:58: Wo es in der Wirtschaft und in der Politik hakt und wie man das vielleicht lösen kann.
00:01:04: Und deswegen freue ich mich, dass Wir heute Thorsten Alsleben zu Gast haben.
00:01:08: Thorsten als Leben ist Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kurz INSM.
00:01:16: Er war früher Journalist gilt als Bestens vernetzt im politischen Berlin.
00:01:21: Er ist Christ, der mit seinem Glauben auch nicht hinterm Berg hält.
00:01:25: Einen besseren Experten kann man sich für unseren Podcast also nicht wünschen und deswegen sage ich Hallo Herr Alslehm!
00:01:32: Hallo Herr Franz!
00:01:33: Freu mich da zu sein!
00:01:35: Herr Aslehm als Frittig-März zum Kanzler gewählt wurde hat er ja angekündigt, der Wirtschaft werde es schon im Sommer twentyfünfundzwanzig besser gehen.
00:01:43: daraus ist ja dann bekanntlich nichts geworden zumindest was die Zahlen angeht.
00:01:48: und wird die Stimmung in der Wirtschaft.
00:01:51: Danach kündigte er dann den Herbst der Reform an, auch flankiert von anderen Politikern aus der Union.
00:01:59: Daraus ist auch nicht so richtig was geworden.
00:02:01: Mittlerweile ist der Herbst vorbei – der Winter auch und es ist früher!
00:02:06: Und es ist immer noch nicht so ein richtig bahnbrechendes Passiert.
00:02:10: Zumindest ist das mein Eindruck.
00:02:12: Warum tun wir uns denn so schwer mit Reformen in unserem Land?
00:02:17: Also zunächst mal die Analyse stimmt und die Analyse hat dramatische Schlussfolgerungen.
00:02:22: Wir sind, was die Wirtschaftskraft angeht auf dem Niveau von zwanzig neunzehn.
00:02:27: also wir haben faktisch jetzt sechs Jahre Stagnationen Und dann könnte man sagen naja wenn alles so bleibt wie es ist es soll nicht schlecht weil es läuft ja so einigermaßen gut.
00:02:37: Dem ist aber nicht so.
00:02:38: das sieht man zum einen im vergleich mit allen anderen industrie ländern die deutlich stärker gewachsen sind.
00:02:43: Aber zum andern muss man einfach auch wissen Wir brauchen Wachstum, um den Status quo zu erhalten.
00:02:49: Also um Bildung zu erhalten, Sicherheit, Umwelt, Einkommen, Altersversorgung... Für alles das brauchen wir Wachs-Tum und zwar künftig noch viel mehr als jetzt weil es läuft ja ein riesiger demografischer Tsunami auf uns zu und der fängt jetzt an wo die ganzen Babyboomer in Rente gehen?
00:03:07: Wir werden in den nächsten zehn Jahren rund fünf Millionen Erwerbstätige verlieren und damit auch massiv Wirtschafts- und Kaufkraft.
00:03:15: So, das ist erst mal vor der Klammer.
00:03:17: Und jetzt zu Ihrer Frage warum gelingt es nicht wenn das doch so offensichtlich ist?
00:03:21: Die Fakten sind doch bekannt, warum gelinkt es nicht dann zu reformieren?
00:03:25: Da muss ich sagen, dass liegt einfach an einer, ich muss jetzt einfach mal so benennen, an einer Reform verweigerten SPD in dieser Regierung die diese Fakte entweder nicht versteht oder ignoriert weil sie Angst hat.
00:03:39: wenn Sie die richtigen Schlussfolgerungen zielt wird sie vom Wähler abgestraft.
00:03:43: Ich glaube, es ist aber genau umgekehrt, wenn man sich die letzten Wahlergebnisse an sieht.
00:03:46: Die Leute wissen schon das Reformen nötig sind und da Sie verweigert werden strafen sie auch die Parteien ab, sie die verweiggern und deswegen landet dann die SPD in Baden-Württemberg bei fünf Prozent.
00:03:57: Sie haben eben gesagt, man braucht Wirtschaftswachstum, um den Wohlstand zu erhalten.
00:04:03: Es beschäftigen sich vielleicht nicht alle Hörer jeden Tag mit Wirtschaft, aber natürlich mit der eigenen Haushaltssituation.
00:04:09: Warum?
00:04:11: Ich Wachstum.
00:04:13: Also warum muss ich als Wirtschaft im Projahr wachsen, wenn ich mir das Gleiche leisten können möchte?
00:04:22: Es geht ja nicht darum dass wir pro Jahr zwei Prozent Wirtschaftswachstums haben, dass es uns dann auch automatisch zwei Prozent besser geht sondern wir brauchen ja offenbar diese Leistung um überhaupt unser Lebensstandard halten zu können.
00:04:35: Ja, so ist das.
00:04:36: Also weil es kommen halt viele externe Faktoren hinzu die wir irgendwie finanzieren müssen.
00:04:41: Wir haben Umweltschutz und Klimaschutz den wir finanziert müssen.
00:04:44: Wir haben jetzt erheblich mehr Sicherheitsaufwendungen also die sogenannte Friedenstividende durch den Kalten Krieg dass man sagt auch Es gibt keinen Krieg mehr zwischen Ost und West also können wir dabei bei der Bundeswehr usw.
00:04:55: sparen.
00:04:55: Das ist ja nun vorbei.
00:04:57: Also wir müssen deutlich mehr für unsere Sicherheit ausgeben Und das ist auch in Ordnung.
00:05:02: Das ist ja so wie eine Versicherung, die man abschließt fürs Haus.
00:05:05: Man hofft nicht, dass man sie jemals braucht aber wenn man sie braucht es gut hat weil sonst ist das Haus einfach abgebrannt und man kriegt kein neues mehr.
00:05:12: Ja und so ist es eben auch mit den Sicherheitsaufwendungen, die wir jetzt benötigen und abgesehen davon sorgen die auch dafür dass man täglich weniger Angriffen ausgesetzt wird zum Beispiel durch Cyberattacken wenn wir eine gute Sicherheit haben.
00:05:25: Also das sind alles Aufgaben, die jetzt zusätzlich kommen und die kann man natürlich nicht bei gleichbleibender Wirtschaftskraft finanzieren.
00:05:31: also braucht man mehr Wirtschaftskraft und dann ist eben auch so im internationalen Wettbewerb Wenn die anderen immer besser werden und auch deren Wohlstand dadurch wächst Dann fallen wir auch zurück.
00:05:42: es gibt ja auch einen relativem Wohl Stand.
00:05:43: Und wenn wir sehen Mensch Die Anderen anderen tolle technische Geräte und können schön besser in Urlaub fahren als wir haben die Leute das Gefühl, wir werden abgehängt.
00:05:52: Und das Gefühl ist auch durch Realität bestätigt und das wollen wir ja
00:05:55: nicht.
00:05:58: Wenn ich jetzt Ihnen folge und sage, die SPD ist eigentlich vor allen Dingen daran schuld, dass sie sich da blockiert wird und so... Warum setzt sich die CDU dann nicht einfach durch gegen den Koalitionspartner?
00:06:10: Vielleicht möchte ich es noch ein bisschen ausweiten.
00:06:12: Das sind letztlich alle Parteien, die irgendwann meine Regierungsverantwortung waren, schuld.
00:06:16: Denn diese ganze Misere demografisch und auch was sonst passiert, die ist seit Jahrzehnten absehbar.
00:06:23: Und sag mal so in den letzten zehn Jahren wurde es immer offensichtlich und immer virulenter.
00:06:28: das heißt schon zur Merkelzeit hätte man bestimmte Weichenstellungen anders treffen müssen damit uns heute besser geht und bei der Ampel erst recht.
00:06:37: da ging es dann in die falsche Richtung.
00:06:39: und jetzt die neue Koalition die wirklich sich nicht mehr rum drücken könnte tut aber trotzdem und macht nicht dass was notwendig ist.
00:06:46: Und man sieht das bei einem Begriff, der klingt jetzt ein bisschen technisch, Potenzialwachstum.
00:06:51: Wachstum setzt sich ja auch immer aus dem zusammen, was wir strukturell wachsen und dem, was konjunkturell dazu kommt.
00:06:58: Also wenn wir auf einmal so einen Konjunkturboom haben, warum?
00:07:01: Dann kann es hohes Wachs zu geben aber trotzdem struktürell schlecht laufen.
00:07:04: Und das Potentialwachstums ist im Prinzip das, was so das durchschnittliche Wachsstum über Konjuncturzyklinien weg ist.
00:07:11: und das war in den letzten Jahrzehnten kann man sagen immer so.
00:07:14: ans Komma vier Prozent, das klingt jetzt nicht so wahnsinnig viel aber für eine große gesättigte Volkswirtschaft ist das schon ganz ordentlich.
00:07:21: Aktuell sind wir bei Null.
00:07:23: Komma zwei fünf Prozent wachstum Koma zwei null Komma drei und es geht Richtung null.
00:07:28: Und dass ist das eigentliche Alarmsignal.
00:07:31: also wenn wir da nicht wieder Richtung eins oder sogar drüber kommen werden wir Wohlstandsverluste erleiden.
00:07:36: Das heißt, wir werden Verteilungskämpfe bekommen Menschen werden weniger Einkommen zur Verfügung haben und daran muss man was ändern und zwar jetzt so schnell wie möglich weil es passiert folgendes das entscheidende ist gar nicht mal zum Beispiel die Arbeitslosenzahl klar ich setze knapp über drei Millionen dass es nicht schön aber viel schlimmer ist wenn man tief in die Arbeitslosenzahlen reinguckt.
00:07:55: Wir verlieren jeden Monat ungefähr zehntausend Stellen in der Industrie.
00:07:59: Also das sind genau die Dinge, die unseren Wohlstand sichern.
00:08:02: Industrie, die wachstumgeneräen Innovation an der Industie hängt ja auch ganz viel Dienstleistung mit dran.
00:08:09: Vieles andere.
00:08:09: also wenn vor Ort ein guter Industriebetrieb ist laufen auch die Restaurants gut und so weiter.
00:08:14: Das heißt da hängt ganz ganz viel dran und diese Arbeitsplätze werden ersetzt den Anführungszeichen durch andere Arbeitsplätzen zum Beispiel in der Verwaltung und in der Pflege.
00:08:23: Wir haben immer mehr ältere Leute, das heißt wir brauchen mehr Pflegekräfte.
00:08:26: Das sind aber unproduktive Tätigkeiten.
00:08:28: Die sind vielleicht nötig bei der Verwaltung glaube ich nicht dass sie nötigs sind, aber die sind jetzt da und sie sind vor allem schlechter bezahlt als Industriearbeitsplätze.
00:08:36: Das heißt wir verlieren Nationalankommen auf Steuereinnahmen, Sozialversicherungsbeiträgen und dieser Strukturwandel ist richtig schlecht für alle.
00:08:44: ja deswegen müssen wir eigentlich was dafür tun, dass die Industrie wieder wächst und mich weiter schrumpft.
00:08:49: Sie haben gerade Verteilungskämpfe angesprochen, die da auch uns drohen könnten.
00:08:55: Jetzt gibt's ja grade auf der politisch eher linken Seite, die auch die Überzeugungen ... Ja, die Milliardäre haben ja genug Geld!
00:09:01: Wir müssen einfach nur die Steuern erhöhen für superreiche und dann passt das auch wieder mit dem Wohlstand.
00:09:07: Gut, da sind zwei Themen, die man dann erst mal auseinanderhalten muss.
00:09:11: Zum einen, man muss immer auf das Vermögen gucken oder auf die Einkünfte.
00:09:16: Bei den Einkünften ist es so, dass schon jetzt die oberen zehn Prozent, praktisch neunzig Prozent der Steuereinnahmen zahlen.
00:09:25: Also da gibt es schon eine sehr starke Umverteilung.
00:09:28: Die unteren fünfzig Prozent des Einkommens bezieht die Zahlen fast gar keine Steuer.
00:09:32: also wir haben einen hohe Umverteilungen im Einkommensteuerbereich.
00:09:36: So jetzt muss man auch wissen wie Spitzenverdiener dort da stellt man sich immer so vor irgendwelche dachsvorstände die wahnsinnig viel geld absahen gibt es auch.
00:09:46: aber diesen zu vernachlässigen also das sind vielleicht weiß ich nicht ein paar tausend die so hohe einkommen haben aus arbeitshoher arbeiteinkommen.
00:09:55: die meisten die diese die hohe inkommen haben sind personengesellschaften also unternehmen mittelständische Unternehmen handwerksbetrieb weiß ich nich ein größeres architekturbüro sind als Personengesellschaften organisiert, für die gilt die Einkommensteuer.
00:10:10: Und wenn Sie da jetzt die Gewinne durch Steuern weiter reduzieren und wir sind schon in Hochsteuerland, wir sind international mit den höchsten Steuer- und Sozialabgabenquoten, wenn sie das also weiter reduzieren, fehlt denen das Geld für Investition?
00:10:23: Dann sagen die sich dann lohnt es sich vielleicht nicht nochmal in Deutschland zu investieren, investieren wir doch lieber woanders oder lassen das auslaufen und ich gehe ein bisschen früher im Renten.
00:10:31: Das ist das Problem!
00:10:33: Das Gefühl, ich kann den Obenwehr wegnehmen, mag ja sein.
00:10:37: Aber das wird dann letztlich zerstört von dem, dass die sich nicht viel mehr wegnehmen lassen möchten, weil sie sagen in anderen Ländern läuft es auch nicht so.
00:10:45: So, das ist das Thema Einkommen also da würde ich auf gar keinen Fall rangehen.
00:10:50: Das andere ist das thema vermögen und auch dort natürlich könnte man sagen Ja wenn jetzt jemand eine riesen gemälde oder eine Ulteimersammlung hat muss er halt zwei oldtimer verkaufen.
00:11:00: aber das meiste was wir an vermögen haben sind betriebsvermögen.
00:11:04: also das steckt in unternehmen und dass ist.
00:11:07: In deutschland was ganz besonderes wir haben ja diesen klassischen familien geprägten mittelstand, und das is ein riesen standort.
00:11:13: vorteil weil diese familiengeprägten mittelsständler die ganzen hidden champions die tolle innovationen haben und weltweit verkaufen ist nicht nur der kleine antwerksbetrieb sondern es ist wirklich ganz innovative industrieunternehmen so die Die Familienbetriebe, die hängen ja richtig an dem Unternehmen und sind auch dem Standort verbunden.
00:11:32: Die Kinder der Chefs gehen in die gleichen Schulen wie die Kindern der Mitarbeiter.
00:11:35: Und das hat man in allen Krisen gesehen – in einer Finanzwirtschaftskrise genauso wie bei Corona.
00:11:41: Diese Unternehmen versuchen ihre Mitarbeiter lange zur Haltung schießen Eigenkapital aus ihrem Privatvermögen nach um die Unternehmen irgendwie zu halten.
00:11:51: Das macht natürlich ein börsennotiertes Unternehmen völlig anders.
00:11:53: also die weltweit dominierenden Aktien- und Kapitalgesellschaften, die müssen immer in den Quartal gucken.
00:11:59: Wie ist der Quartalsbericht?
00:12:00: Wenn wir da zu viele Verluste machen, müssen wir einfach Stellen erbauen.
00:12:03: Diese Sorgen hat der Mittelständler nicht.
00:12:05: Das heißt es ist ein Asset das ist was Positives dass wir diese Betriebsvermögen in Familienhand haben.
00:12:11: Und wenn wir daran gehen bei der Abschaftsteuer oder bei einer Vermögenssteuer und Es ist sehr schwer die betriebs vermögen auszunehmen das wird jetzt als verfassungsgericht demnächst wahrscheinlich wieder feststellen Dann gehen wir an die Substanz unserer Wirtschaftskraft in Deutschland.
00:12:26: Ich sage mal aus meiner persönlichen auch als Christhaltung, ich bin überhaupt nicht neidisch.
00:12:30: Ich habe gar kein Problem damit wenn jemand Milliardär ist und wahrscheinlich dann durch seine Milliarden noch mehr Millionen generiert als ich jemals in meinem Leben generieren kann.
00:12:41: Ich hab keinen Problem damit weil ich weiß ja, denn der hier in Deutschland ist gibt es ja auch in Deutschland sein Geld aus und viele profitieren davon.
00:12:48: oder anders gefragt Wenn ich die Chance hätte, hundert Milliardäre mehr in Deutschland oder hundert milliardäre weniger würde ich immer die Hundert Milliarde mehr.
00:12:57: Also wir fassen schon mal zusammen, wir haben zu wenige Milliardären in Deutschland weil die uns am Ende mehr bringen als Schaden und sie haben mir ganz gut ausgeführt warum Sie dieser Meinung sind.
00:13:08: Es ging auch eben um das Thema Stellenabbau weil das ist ja am ende das was auch dann zählt.
00:13:13: Wir hatten ja einmal eine Zeit in der es Reform Willen gab sowohl in der Bevölkerung als auch in der gewählten Regierung unter Rot-Grün, unter Gerhard Schröder besser gesagt.
00:13:25: Das war eigentlich eher dann nicht ganz achtundneunzig schon etwas später.
00:13:31: Also achtundneinzig war der Reformbild noch nicht da im Gegenteil?
00:13:34: Da hatte Kohl die letzte schwarze Gelbe Regierung noch gewisse Reformen gemacht und die rot-grünen hat ihn dann rückabgewickelt.
00:13:41: also ja da war erst mal noch in Vorteilung.
00:13:44: Aber dann kamen diese dramatische Wirtschaftslage mit über fünf Millionen Arbeitslosen.
00:13:48: Das war dann halt so offensichtlich, da hatte jeder in seinem Freundes- und Bekanntenkreis Arbeitslose... Und da wusste man jetzt kommen die Einschläge näher!
00:13:55: Da war eben eine Reformbereitschaft
00:13:57: da.
00:13:57: Genau, darauf wollte ich hinaus das dann später dieser Reformeifer auch da war und Gerhard Schröder hat es durchgesetzt.
00:14:03: Hat natürlich die eigene Partei stark gegen sich aufgebracht.
00:14:06: Es wird bis heute nach.
00:14:09: aber es wurde wirklich was angepackt wo Eigentlich die meisten Ökonomen sagen würden, es hat Deutschland wirklich vorangebracht und hat etwas getan.
00:14:16: Aber sie haben's schon angesprochen.
00:14:17: damals fünf Millionen Arbeitslose heute haben wir längst nicht so viele auch wenn die Arbeitslosigkeit wie man auf ihrer Webseite ja im Ticker nachgucken kann direkt auf der Startseite Die steigt leicht gerade aber noch nicht so dass Es jetzt extrem ist.
00:14:32: ich glaube wir sind bei gut drei Millionen Aber es kommen immer wieder Meldungen dazu, zum Beispiel Jungs jetzt von Volkswagen hat angekündigt.
00:14:40: Fünfzigtausend Stellen abzubauen.
00:14:42: Es war schon klar das mehr abgebaut werden sollte aber sind jetzt fünftig tausend.
00:14:47: Das bedeutet nicht automatisch dass fünfzigtaussend Menschen sofort ihren Job verlieren, aber dass die Jobs weg sind wenn dann zb jemand in Rente geht und die Jobs werden eben nicht nachbesetzt.
00:14:59: De facto gibt's dann eben fünfzigtausend Stellen weniger.
00:15:03: Ein ganzes Fußballstadion voll, das ist bei uns heute einfach eine Schlagzeile.
00:15:08: Gleichzeitig gibt es aber Firmen die weiterhin über Fachkräftemangel klagen.
00:15:12: wie passt das denn zusammen?
00:15:15: Ja, also zunächst mal die Zahl der offenen Stellen geht schon dramatisch zurück.
00:15:19: Das spiegelt sich noch nicht so sehr in der Arbeitslosenzahl wieder.
00:15:23: aber man merkte schon wir selber Wir haben zwei Stellen hier offen und wir haben so viele Bewerbungen wie noch nie.
00:15:28: es sind allerdings viele bewerbung dabei Die von der kompetenz her nicht passen.
00:15:33: Aber man sieht schon da ist eine gewisse verzweiflung.
00:15:35: die leute bewärben sich stärker und stimmt bei Gut funktionierenden Unternehmen werden auch weiter Fachkräfte gesucht und durch die Demografie wird das dieser Effekt dann auch wieder etwas höher.
00:15:51: Also das sind zwei Dinge, die sich ausgleichen.
00:15:53: aber wie gesagt teilweise entstehen eben Jobs an einer unproduktiven Stelle, nämlich in der Verwaltung und im Pflegebuch.
00:16:02: Ich glaube auch dass wir ohnehin noch nicht ganz vorhersehen können wie... Wenn ich
00:16:05: Sie kurz unterbrechen darf nur das die Hörer das jetzt nicht missverstehen.
00:16:10: Ich glaub sie haben ja gerade unproductive Stellen gesagt zum Beispiel in der Pflege oder so.
00:16:14: damit meinen sie ja nicht dass die Menschen nichts leisten sondern dass da eben kein wirtschaftlicher Mehrwert geschaffen wird.
00:16:21: Genau, das ist unproduktiv.
00:16:22: Bei aller Wertschätzung für diese Berufe... Das ist bei mir ja auch so wie ich arbeite.
00:16:26: Wir alle finanzierten Medienbetrieb
00:16:29: und da sind ja irgendwann wahrscheinlich davon betroffen und sind sehr dankbar wenn wir da gut qualifizierte und am besten auch gut gezahlte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.
00:16:38: und das ist glaube ich ein wichtiger Vorteil in Deutschland dass wir da eine gute Qualifikation haben.
00:16:47: aber sie tragen eben nichts direkt zum Wirtschaftswachstum bei, sondern das ist nun mal so.
00:16:53: Bei Sozialberufen sind notwendig aber sie tragen nichts zum Wachstums bei und deswegen sind sie nicht schlechter, sondern vielleicht sogar wertvoller weil es ja Dienst am Menschen ist.
00:17:04: Aber trotzdem hilft es eben nichts wenn wir mehr Wohlstand haben wollen um keine Verteilung.
00:17:12: Und jetzt haben wir dieses Problem dass Bestellen abgebaut werden und die dann auch nicht wieder kommen und gleichzeitig den etwas sinkenden Fachkräftemangel.
00:17:23: Wenn man diese ganzen Themen jetzt mal so zusammen sieht, wir haben jetzt gesprochen über generell die wirtschaftliche Lage, Standortbedingungen, die es gibt Arbeitsplätzeabbau wenn sie jetzt drei Themen nennen müssten, die sofort aus ihrer Sicht angegangen werden könnten auch wirklich könnten.
00:17:42: also nicht die ganz große Reform, die irgendwie drei Jahre Vorbereitung braucht oder so.
00:17:46: was würden Sie sofort umsetzen?
00:17:48: Also was sofort ginge und ich wundere mich, dass es nicht viel schneller gemacht wird ist ein Bürokratieabbau.
00:17:54: Sie können bestimmte Gesetze komplett streichen zum Beispiel das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz Das von der Intention sinnvoll war.
00:18:01: man wollte zusichern also die Betriebe die in Deutschland irgendwas verkaufen oder herstellen auch In der Lieferkette in anderen Ländern dafür sorgen dass da Menschen und Umweltstandards eingehalten werden.
00:18:12: nur das Ziel wird nicht erreicht weil sie das am Ende gar nicht können insbesondere als Mittelständler, aber sie haben wahnsinnig Bürokratie drauf.
00:18:21: Sie müssen alles dokumentieren und der Lieferant muss dokumentieren, und deren Lieferand... Und in der Lieverkette ändert sich ja dauernd was in den Märkten irgendwo in Malaysia.
00:18:29: Da kommt mal der Lieiferant oder der Lieufferant.
00:18:31: Es ist faktisch nicht einhaltbar.
00:18:32: trotzdem haben sie die Bürokratei und der Effekt ist wenn sie sagen du das ist mir zu heikel weil ich es nicht hundert Prozent garantieren kann Dann wird das Geschäftsmodell eingestellt oder man geht ganz ins Ausland, oder man verliert das Geschäft an jemanden der das alles sicher hat zum Beispiel einen chinesischen Hersteller und der scherzt sich mal gleich gar nicht um Lieferkette.
00:18:50: bei uns wäre es ja wenigstens so wenn irgend eine NGO dann Fotos schickt da an deiner Fabrik die jetzt liefert.
00:18:58: dann würde man als deutscher Mittelständler sagen, oh je, nee.
00:19:00: Dann kümmer ich mich mal um anderen Differenten.
00:19:02: dem Chinesen ist es gerade egal.
00:19:04: ja also deswegen ist dieses Lieferkettengesetz sehr schädlich weil das viel Bürokratie macht.
00:19:09: aber es bringt im Endeffekt nicht.
00:19:11: das was die Initiatoren damit wollen könnte man sofort abschaffen.
00:19:14: stattdessen wird jetzt ein neues Gesetz gerade in Kraft getreten Ein Gesetz dass bei öffentlichen Ausschreibungen bis Bundes vorschreibt Tarifbedingungen eingehalten werden, das schließt schon große Teile des Mittelstands aus.
00:19:28: Die eben nicht tarifgebundet sind aber deswegen nicht über den schlechter Zahlen.
00:19:31: und die anderen die dann noch übrig bleiben müssen sehr viel bürokratischen Aufwand betreiben.
00:19:35: und wer übrigens den Aufwand nicht betreiben muss EU-Ausländische Firmen können ganz normal sich bewerben weil für das EU Ausland darf dieses Gesetzes nicht gelten.
00:19:44: dass wäre europarechtswidrig.
00:19:45: also es ist ein inländer Diskrimin.
00:19:47: Also statt Bürokratie abzubauen wird Bürokrantie aufgebaut.
00:19:50: Bürokrätierabbau würde.
00:19:51: Bürokratei is in allen Unternehmensbefragungen Der schlimmste Standortnachteil seit etwa drei vier Jahren, weil da auf der Aufwand erheblich gestiegen ist und da könnte man sofort ran.
00:20:01: Da gibt es ganz viele tolle Vorschläge was man machen konnte.
00:20:03: das nächste ist die Unternehmenssteuer und zwar erstmal für Körperschaften.
00:20:08: Das sind ja die größeren Unternehmen wo es auch viel internationalem Wettbewerb gibt Die könnte man so fortsehen hat die Koalition schon beschlossen aber erst ab zwanzig achtundzwanzig und dann jedes Jahr ein Prozent.
00:20:21: Das hat natürlich jetzt gar keine Wirkung, also das müsste man jetzt vorziehen spätestens auf siebenundzwanzig und dann im ganzen Rutsch fünf Prozent.
00:20:28: Und das wäre ein kräftiges Signal wo auch weltweit gesehen wird hoppala guck mal in deutschland passiert ja endlich was?
00:20:34: Und dass könnte auch den ein oder anderen investor dazu bewegen nach Deutschland zu kommen.
00:20:40: und das dritte ist in der lohn- und einkommenssteuer hatten wir vorhin schon darüber gesprochen da sind wir auch spitzenreiter.
00:20:45: oder am platz zwei nach belginn da müsst ihr auf jeden fall eine absenkung kommen allein auch damit sich für Mitarbeiter, es lohnt vielleicht eine Stunde länger zu arbeiten.
00:20:54: Damit nicht alles davon vom Staat geschöpft wird, sondern mehr Netto beim Einzelnen verbleibt.
00:20:58: und dadurch dass die Leute dann mehr arbeiten haben wir auch automatisch höhere Wirtschaftskraft, höhere Produktivität
00:21:06: singt.
00:21:06: das sinken da durch nicht die Steuereinnahmen in unserem ohnehin schon über aufgeblähten Staatshaushalt.
00:21:15: genau es sinken im ersten Moment immer wenn man Steuern sagt oder in aller meisten Fällen sinken die Steueinnahmen.
00:21:21: Aber das wird sehr schnell kompensiert durch die, durch das Wachstum.
00:21:24: Also wenn Sie das Wachtstum dadurch deutlich erhöhen haben sie nach zwei drei vier Jahren spätestens mehr Steuereinnahmen als wenn Sie die Steuersenkung nicht gemacht hätten.
00:21:34: also das muss.
00:21:35: deswegen ist es so wichtig dass man so eine Maßnahme nicht alleine macht sondern sie brauchen ein großes Paket einen Gesamtpaket wo alles drin ist der Bürokratieabbau Körperschaftsteuersenkung Einkommenssteuernenkungen und Reform der Sozialversicherung, damit die Sozialabgaben, die ja die Arbeitnehmerinnen, Arbeitgeber und die Arbeitgebers sofort treffen.
00:21:53: Damit die erstens nicht weiter steigen und zweitens am besten sogar ein bisschen sinken werden.
00:21:57: Wir waren ja früher mal unter vierzig Prozent jetzt sind wir bei etwas über zweiundvierzig Prozent.
00:22:01: Wir steuern auf die fünfzig Prozent zu.
00:22:03: Fünfzig Prozent sozialer Abgaben bleibt für den Arbeitnehmerkommmer was übrig.
00:22:08: in schönen Arbeitgebern ist es kaum tragbar.
00:22:10: Das heißt diese vier Bereiche müsste man machen.
00:22:12: dann kann man noch das Thema Energiepolitik haben sehr, sehr hohe Energiepreise.
00:22:16: Das ist aber ein sehr dickes Brett.
00:22:17: da würde ich sagen die Reformen da, die dauern bestimmt zwei drei Jahre bis man da was Wirkungsvolle erreichen kann mit teilweise noch viel späteren Wirkungen.
00:22:26: Der Bundeskanzler will ja dass wir mehr arbeiten müssen weil unser Wohlstand sonst weiter zerbröselt.
00:22:34: Da gab es ja verschiedenste Diskussionen da ging's auch in der Begriff Lifestyle Teilzeit und so wo dann auch viel Ja, an verzerrender Kommunikation dann eben war.
00:22:45: aber die meisten ökonomen sind sich schon auch einig dass mehr gearbeitet werden muss weil wenn man mehr arbeitet insgesamt.
00:22:54: Dann wird auch mehr Wohlstand erarbeitet.
00:22:58: das heißt also wir insgesamt mehr Stunden arbeiten sollen.
00:23:01: und es gibt dann jetzt unter anderem auch einen vorschlag den durchaus auch so dass das christlich betrifft nämlich die vielen christlichen gesetzlichen feiertage dies gibt da gibt es ja einige im jahr je nach bundesland unterschiedlich gibt doch den reformations reformationstag und so in manchen bundesländern buse und betag in sachsen.
00:23:24: aber das vor allem das institut der deutschen wirtschaft spricht nämlich davon dass bis zu null kommer zwei prozent wirtschaftswachstum generiert werden könnten wenn man einen tag streicht also pro tag der dann gestrichen wird, der zusätzlich gearbeitet wird.
00:23:39: Ich weiß nicht, wenn man mal eine Umfrage machen würde was ist eigentlich vor Leichnam?
00:23:43: Was ist eigentlich Bußen-Bee-Tag, das ist ja Hintergrund dazu Himmelfahrt und so.
00:23:50: Das kennen die meisten im säkularisierten Deutschland nur noch von irgendwelchen Filmen oder vom Wort Himmelpartskommando oder sowas.
00:23:59: Das heißt er auch nur noch Vatertag oder Männertag, da heißt gar nicht mehr Christi Himmelsfahrt.
00:24:04: Stimmt.
00:24:04: Da heißt es genau, das ist dann ein Vatertag und die Christen sagen ja weil nämlich Jesus dann zum Vater fuhr am Himmelfahrt.
00:24:13: Aber was halten Sie denn davon?
00:24:16: Solche gesetzlichen Feiertage zu streichen gerade die Kirchlichen?
00:24:20: Also zunächst mal stimmt.
00:24:21: Zum Beispiel in diesem Jahr wird hier ein Wachstum von ungefähr Nullkommar neun Prozentpunkte prognostiziert.
00:24:28: Davon sind etwa NullKommer drei Weil Feiertagen auf Sonntage fallen also weil die in diesem jahr faktisch wegfallen.
00:24:37: Ich würde einen anderen Ansatz zuerst wählen, bevor ich den wähle.
00:24:40: Ich würde zuerst sagen lasst uns die Steuernabgaben etwas reduzieren, lass uns die Kinderbetreuung etwas ausbauen und aktiver machen.
00:24:48: Und dann gibt es Anreize für die Menschen mehr zur Arbeiten.
00:24:51: also wenn sich eine Überstündel lohnt oder vom Teilzeit auf Vollzeit aufzustocken weil man eben mehr Netto behält, dann machen die Leute das schon ja?
00:24:58: Also das wäre der erste Ansatz.
00:25:00: trotzdem dass mit den Feiertagen Das ist natürlich richtig, weil faktisch haben wir ja auf die Meistnahmen zum zwanzig bis dreißig Tage Urlaub.
00:25:07: Ja also es ist weit mehr als das Gesetz vorschreibt und dann kommen die Feiertage noch dazu.
00:25:12: da sind wir schon fast Spitzenreiter weltweit.
00:25:16: Ich würde einen anderen Feiertag zuerst streichen, ich würde den Tag der Arbeit zuerst sprechen.
00:25:20: Erster Mai ist nämlich von Hitler als Feiertage eingeführt worden.
00:25:23: Das sind viele nicht.
00:25:24: also den gab es zwar schon vorher als sozusagen Gedenktag aber als Arbeitsfeiertag ist er von Adolf Hitler eingeführt worden.
00:25:31: Also dieses Arbe des Nazi-Reichs würde ich gerne streichen.
00:25:36: warum?
00:25:36: Weil es gibt deutlich weniger Gewerkschaftsmitglieder als Kirchenmitglieder.
00:25:39: Bevor wir an kirchliche Feiertagen gehen, würde ich an diesen Tag gehen und das ist ja am Ende auch.
00:25:46: Es wird ja auch im eigentlichen Sinne kaum noch genutzt.
00:25:48: So, und wenn Sie dann... Dann haben sie ein paar kirchliche Feiertage angesprochen.
00:25:53: Das würde ich auch so sehen.
00:25:55: Da sind welche dabei da wissen die allermeisten selbst die meisten Christen nicht mehr was es ist.
00:26:00: Und Vielleicht kann man vielleicht kann man so machen wer.
00:26:05: Eigentlich ist es grundsätzlich nicht frei aber wer eine Bestätigung vom Pfarrer hat dass er in der Kirche war der darf dann dann gehen vielleicht auch wieder mehr Leute in die Kirche und dann können wir das so lassen.
00:26:17: Dann kommen wir natürlich in das Problem, dass dann irgendwie andere Religionen anfangen zu sagen, ja, das hätten wir auch gerne.
00:26:23: Also ich würde sagen lasst uns Anreize für mehr Arbeit schaffen, lass uns den Tag der Arbeit abschaffen und vielleicht einen kirchlichen Feiertrag, den keiner kennt und dann hätten wir wirklich was fürs Wachstum gemacht ohne, dass wir irgendwelche sonstigen schärfere Einschnitte den Leuten zumuten.
00:26:41: Es geht ja immer wieder darum, wenn es auch um die Kirche geht wie politisch Kirche eigentlich sein sollte.
00:26:47: Julia Klöckner hatte unsere Bundestagspräsidentin hat ja das mal besonders ins Spiel gebracht weil sie gesagt hat, die sollen sich mal zurückhalten.
00:26:56: Die Kirchen bei politischen Einzelfragen vor allen Dingen und sich mehr um so Fragen nach Heil- und Erlösung und Seelsorge kümmern.
00:27:07: Es ist aber trotzdem natürlich so, dass EKD und katholische Kirche sich immer wieder zu Themen, die zur Politik gehören äußern.
00:27:14: Solidarität, Bekämpfung von Armut, soziale Gerechtigkeit ... Aber wenn es um generelle Wirtschaftsthemen geht, das sei denn jetzt Klimapolitik und so was ja auch mit Wirtschaft zusammenhängt, da schweigen sie eher.
00:27:28: Würden Sie sich von den Kirchen mehr Wortmeldungen wünschen?
00:27:32: Auch zu Wirtschaftspolitik?
00:27:34: Oder sagen Sie, das geht nach hinten los wenn die Kirche sich dazu äußert.
00:27:39: Also ich versuche mal wie ein Unternehmensberater anzugehen.
00:27:42: Wenn sie einen Unternehmen haben dass ein sensationelles Produkt hat und die Idee ist es jetzt sagen wir mal durch Innovation gelungen dieses sensationelle Produkt was jeden das Leben erleichtern würde auch noch zu einem wahnsinnig günstigen Preis anzubieten dann würden sie doch ihre Werbung voll darauf konzentrieren Ja und würden dann nicht sagen, auch übrigens wir haben auch noch hinten einen schönen Kaffeeautomaten.
00:28:08: Sondern sie würden sagen Leute nimmt dieses Produkt!
00:28:11: Und die Kirche hat ja ein Mega-Produkt, die hat nämlich die Erlösung.
00:28:15: Die hat gesagt unser Gott an den wir glauben der hat sich geopfert damit du obwohl du es selber eigentlich nicht verdient hast damit ein Free Entrance Ticket zum Himmel bekommen.
00:28:27: so das würde ich von morgens bis abends den Leuten erzählen, weil das rettet ihr Leben.
00:28:32: Ich verstehe nicht warum man Zeit damit verschwendet über Mindestlohn zu reden oder ob man jetzt doch Wärmepumpen zu Hause einbauen soll um das Klima zu retten?
00:28:43: Oder nicht!
00:28:44: Weil da gibt es ja ganz viele andere die sich auch noch viel besser ausgehen als die Kirche und die darüber reden.
00:28:48: also was hat das mit Gorkso tun?
00:28:50: Also ich weiß jedenfalls in der Giebel nichts über mindestlohnen und Wärme pumpen so und deswegen glaube ich ist das schon mal der grundfalsche Ansatz.
00:28:58: Und eigentlich ist das, Sie missachten Ihren Missionsauftrag und Sie miss achten den Auftrag Gottes wenn sie nicht über das eigentliche Thema reden sondern über irgendwelche anderen Themen und dann von dem eigentlichen nachdenken.
00:29:09: So und dann in der Sache selbst.
00:29:11: also wenn man sich schon politisch äußert dann bitte auch in alle Richtungen.
00:29:16: natürlich ist es Aufgabe der Kirchen oder auch von Christendrade sozial zu sein und dem Nächsten zu helfen.
00:29:25: Also da gibt es ja genug Beispiele in der Bibel, dass das auch ein Auftrag ist.
00:29:30: Aber es ist eben auch einen Auftrag zu zeigen, dass Wirtschaft nicht schlecht ist sondern gut.
00:29:36: also das Gleichnis von den Talenten macht das ja sehr deutlich, Kompetenzen und Kapazitäten hat zur Mehrung einzusetzen.
00:29:46: Das Gleichnis ist da wahrscheinlich eher geistlich gemeint, aber das lässt sich auswältig übertragen.
00:29:50: Und dann muss man einfach sagen Jesus selbst war ja Mittelständler.
00:29:53: Ich meine der war Zimmermann also bis die ersten dreißig Jahre also zumindest die erste Berufsjahre hat er dort tätig.
00:30:01: Ja und da würde ich mir von der Kirche auch manchmal wünschen dass man mit den Handwerkern und Mittelständlern da auch ein bisschen netter umgeht und nicht immer nur als den Gülsenklassenfeind der alle Ausbeute betrachtet.
00:30:11: Also Herr Alsim, da haben Sie jetzt wirklich einen schönen Satz gesagt.
00:30:14: Weil wir hatten glaube ich bisher Jesus war Sozialist, Jesus war Flüchtling... Das werden wir auf jeden Fall mal in unsere Liste mit aufnehmen, die mehr Politiker fragen können.
00:30:28: Aber ich muss
00:30:29: zugeben das ist ein Zitat weil er hat in der Andacht zum Bundesmittelstandstag also das ist von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion dass der Wirtschaftspiel der CDUC so die haben aus ihrem Bundesmittelschatz eine Andacht gemacht und das war Helmut Mattis Der frühere Ideaschef, der da die Andacht gehalten hat und er hat das eingeleitet mit dem Jesus am Mittelstand.
00:30:50: Er hat dann das Gleichnis von den Kornbauern, der irgendwie in den Vorrat anlegen sollte und so hat es genommen.
00:31:00: Schön!
00:31:01: Ja um erstmal eine Lanze für die Kirche zu brechen ich glaube wenn jetzt ein Bischof der EKD da wäre der würde wahrscheinlich sagen ja da müssen sie mal in die Kirchen gehen, da wird das dann eben gepredigt.
00:31:13: Aber wenn die EKD-Pressemitteilung aussendet, dann geht es natürlich um andere Fragen und man kann nicht die ganze Zeit Johannes III versenden als Pressemitteilungen.
00:31:23: Wenn Sie verstehen, was ich meine.
00:31:24: Aber klar diese politischen Wortmeldungen gibt es ja auch in anderen...
00:31:27: Entschuldigung da bitte kurz unterbrechen!
00:31:29: Wieso muss denn die evangelische Kirche eine Pressemitteilung zu einem politischen Thema machen?
00:31:34: Warum also wo steht das?
00:31:36: Wo in der Bibel steht dass, dass sie sich dazu äußern müssen?
00:31:39: Dafür ist doch ne Kirche nicht gegründet.
00:31:41: Also sie können Pressemiteilung zur kirchlichen Anlässen machen oder sie können vielleicht noch fordern, dass die Politiker sich mehr mit Glaubensthemen beschäftigen und dafür Angebote machen.
00:31:53: Ja, und das Heil Deutschlands liegt am Ende auch nicht in dem von mir beworbenen Wirtschaftswachstum oder liegt nicht im höheren Mindestlohn und nicht in der Erreichung der Klimaziele.
00:32:04: Sondern das Heil liegt ob die Menschen an Jesus glauben und Jesus für ihr Leben annehmen oder nicht?
00:32:09: Das ist meine feste Überzeugung!
00:32:11: Das andere ist auch wichtig.
00:32:14: aber wenn alle an Jesus glaubten ging es uns allen besser
00:32:19: Wunderbar, ja also die Kirche äußert sich politisch zu bestimmten Themen dazu eben nicht.
00:32:25: Ich habe mal nachgeschaut.
00:32:26: die letzte oder wenig die letzte Denkschrift der EKD wo es ja auch immer so christliche Ethik darum geht das ist ein wichtiger Bereich in der Theologie auch schon seit Jahrhunderten Wo dann kirchlich Orientierung gegeben wird.
00:32:40: und da ist die letzte denkschrift zum Thema Wirtschaft.
00:32:46: Ich glaube evangelisches Unternehmen unternehmerisches Handeln aus evangelischer Perspektive aus.
00:32:51: Und es gibt jetzt auch keinen Wirtschaftsbischof oder sowas, also das scheint für die Kirche nicht so wichtig zu sein.
00:32:58: aber Das ist eben ein Thema was Was die Menschen bewegt.
00:33:05: wünschen sie sich da Also weniger Wortmeldung insgesamt von der kirche zu Themen die nichts mit Heilung und Heilung zu tun haben, sondern eben eher weniger dazu?
00:33:20: oder würden Sie sich auch manchmal wünschen das dann nochmal gesagt wird hier die Kirche als geselterpflichtliche Kraft.
00:33:24: Die könnte uns noch ein bisschen mal dabei helfen dass Reformen durchgesetzt werden.
00:33:28: also ich finde gut wenn kirchenbrücken bauen ja stattzuspalten weil dann sind sie auch attraktiver als Gesprächspartner.
00:33:37: Die Brücke zur Wirtschaft wird nicht gebaut, sondern eher eingerissen.
00:33:41: Es gibt wenig Formate wo die Kirchen offen auf Wirtschaftslenker zu gehen, sondern man redet eher über die Wirtschaft und dann meist negativ als mit der Wirtschaft Ja?
00:33:49: Und Jesus ist ja zu allen gegangen.
00:33:51: Der ist ja sogar so denen gegangen wie eigentlich kriminell waren, berupt und sonst was.
00:33:56: Und das macht die Kirche leider nicht.
00:33:59: Also wenn sie schon die Unternehmer alle verausbeute hält, dann würde ich doch erst recht dahin gehen und sagen, ah, ich muss mit euch mal über Jesus regeln.
00:34:05: Jeder der es so gesehen hat ja?
00:34:07: Ich glaube dass Unternehmer als Führungskräfte sehr viel seelsorgerlichen Beistand brauchen aber die werden ihn vielleicht nicht von der Kirche bekommen oder holen weil sie da eben immer so schlecht angesehen sind Und das ist ein echtes Versäumnis.
00:34:23: Also, Jesus würde das ganz bestimmt nicht so machen und da wünsche ich mir... Da gibt es eine riesige Sprachlosigkeit weil auch das ganze Theologie, das Studium
00:34:32: usw.,
00:34:33: die Leute in der Kirche aktiv sind haben halt mit Internematum im Regelfall nichts zu tun und kein Verständnis dafür.
00:34:40: Das wäre eine riesig strategische Aufgabe der Kirchen, da die Brücken stärker zu bauen.
00:34:44: Dann muss ich sagen aus Turem Selbsterhaltungsträt wäre ich anstelle der Kirchen auch etwas stärker auf Wirtschaftswachstum und Unternehmerfreundlichkeit ausgerichtet.
00:34:53: Denn wir sehen es ja jetzt, es gibt Stile die aus der Kirche austreten.
00:34:57: aber wenn die Löhne nicht erhöht werden das ist bei schlechter Wirtschaft so und wenn die Steuereinnahmen insgesamt nicht wachsen, wachsen auch nicht die Steueinnahmen der Kirchens.
00:35:05: Früher war das so da lief alles super die Steuereinnahme flossen, da konnten auch ein paar aus der Köche austreiten hat man gar nicht bemerkt man schwamm im Geld.
00:35:13: Das ist jetzt anders.
00:35:14: Und wenn wir demnächst fünf Millionen Beschäftigte weniger haben, damit auch fünf Millionen Steuerzahler weniger?
00:35:20: Dann werden die Kirchen das merken und dann werden sie sich vielleicht mal überlegen ob so eine gute Idee war, so einen wirtschaftsfeindlichen Kurs zu fahren
00:35:28: oder um es auf den Punkt zu bringen.
00:35:30: Das regelt der Markt.
00:35:33: Genau, genau am Ende irgendwann.
00:35:35: Irgendwann regelt's der Markt und dann wird auch die Markteilnehmer das spüren und entweder passen ihr Angebot an oder Sie werden vom Markt vernichtet Und so ist es auch gut.
00:35:45: Herr Alslehm, das haben wir über verschiedene Themen gesprochen – auch über Maßnahmen, auch über kirchliche Äußerungen und was Sie sagen.
00:35:53: Das muss jetzt sofort umgesetzt werden und weil's eben daran krankt!
00:35:56: Was erwarten sie denn für dieses Jahr?
00:35:58: Und vielleicht auch für den Rest dieser Legislaturperiode?
00:36:04: Glauben Sie, dass wir da die wirtschaftliche Wende irgendwie noch schaffen?
00:36:08: Glaubt sie das sich da wirklich entscheidend was bessern kann.
00:36:11: Dass wir eine Rentenreform haben, Sozialreformen, Steuerreform, Bürokratieabbau?
00:36:17: weil eigentlich haben sie die schwarz-roten Entscheidungsträger sich das ja auf die Fahnen geschrieben.
00:36:25: und womöglich wenn jetzt die Landtagswahlen dann auch rum sind als Optimist würden sie sagen, ja dann wird es alles besser und dann wird alles angegangen.
00:36:36: Also das Fenster für die notwendigen Reformen um hier noch Substanz, die täglich bröckelt zu erhalten geht am Tag nach der Landtagswahl im Rheinland-Pfalz auf, den XX März und geht wahrscheinlich zu Beginn der Sommerpause wieder zu.
00:36:50: also wir haben ungefähr drei Monate in denen die Politik grundlegende Reforme anstoßen müsste.
00:36:56: Eine, glaube ich, wird kommen.
00:36:58: Das ist eine Rentenreform weil die Rentenkommission fast nicht mit Politikern und Gewerkschaftern besetzt sondern überwiegend mit Fachleuten, die durchaus unterschiedlich denken aber die als externe Fachleute mutig für Reformen vorschlagen werden und ich hoffe dass die Politik das dann auch umsetzt.
00:37:15: bei Gesundheit wissen wir noch nicht gesundheitspflege da muss man auch definitiv sehr substanziell ran.
00:37:21: Steuereform fängt gerade eine Debatte an Bürokratieabbau haben wir einen eigenen Minister, der aber natürlich durch Föderalismus und Kommunen und was weiß ich gebremst wird.
00:37:30: Also es gibt theoretisch die Chance – ich sehe bei der SPD noch nicht die Bereitschaft – das zu machen.
00:37:36: Und da muss jetzt der Druck wachsen!
00:37:37: Ich merke bei den Unternehmensverbänden, sie sind ja immer sehr zurückhaltend, sehr gemäßig, bürgerlich im Auftreten ist er anders als Gewerkschafter oder umweltschicklos, die Laute halt so gut demonstrieren.
00:37:48: Das machen Unternehmer ja nicht….
00:37:49: Aber da merk' ich jetzt eine zunehmende Ungeduld Panik.
00:37:54: Weil da geht so viel Substanz im Moment verloren, dass die sagen also wenn ihr das bis zum Sommer nicht hinkriegt dann war es das hier und dann werden auch glaube ich noch mal sehr viele Investitionsentscheidungen gegen den Standort fallen und das ist dann immer eine Entscheidung für zehn, fünfzehn Jahre oder für immer?
00:38:08: Dann hoffen wir auf ein Auto, das dieses Zeitfenster gut genutzt wird und auch die Menschen mitgenommen werden damit ja es wieder auf einem besseren Weg jetzt für unser Land.
00:38:18: Danke als Leben für ihre Zeit!
00:38:20: Das war Interessant auch, wie Sie und echt bereichernd die Dinge auf den Punkt bringen.
00:38:26: Und ja, Dinge auch mal erklären für Menschen, die vielleicht nicht den ganzen Tag sich mit Ökonomie beschäftigen.
00:38:32: Vielen Dank!
00:38:33: Alles Gute für sie und ihre Arbeit.
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